Ihr erster Überblick
Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung rund um ein Zahnimplantat, die das Weichgewebe und im weiteren Verlauf auch den Kieferknochen betrifft. Viele Betroffene bemerken erste Veränderungen erst spät, da die Entzündung anfangs schmerzfrei verläuft. In der DOC Praxisklinik im Wiley in Neu-Ulm behandeln wir Periimplantitis konservativ und chirurgisch aus einer Hand — von der frühzeitigen Diagnostik bis zur regenerativen Therapie.
Symptome und Warnsignale der Periimplantitis
- Zahnfleischbluten beim Putzen ist ein frühes Alarmsignal
- Eiteraustritt, Schwellung und Rötung am Implantat erfordern sofortige Abklärung
- Eine Lockerung des Implantats zeigt ein fortgeschrittenes Stadium an
- Frühe Diagnose entscheidet über den Erhalt des Implantats
Viele Patientinnen und Patienten bemerken erste Veränderungen beim Zähneputzen: Das Zahnfleisch blutet am Implantat, wirkt gerötet oder zieht sich sichtbar zurück. Diese Signale sollten ernst genommen werden. Die Entzündung verläuft anfangs schmerzfrei — deshalb sind regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt zentral.
Folgende Anzeichen sprechen für eine periimplantäre Entzündung und gehören in fachärztliche Abklärung:
- Zahnfleischbluten beim Putzen oder bei mechanischer Reizung
- Gerötete, geschwollene Schleimhaut rund um das Implantat
- Eiteraustritt oder unangenehmer Geschmack am Implantat
- Rückgang des Zahnfleisches mit sichtbarem Implantathals
- Lockerung oder Wackeln der Suprakonstruktion (Krone, Brücke)
- Druckgefühl oder gelegentlicher Schmerz beim Kauen
Entstehung und Risikofaktoren: Wie eine Implantatentzündung beginnt
- Auslöser ist bakterieller Biofilm (Plaque) am Übergang Implantat–Zahnfleisch
- Rauchen, Diabetes mellitus und frühere Parodontitis erhöhen das Erkrankungsrisiko deutlich
- Gemäß der European Federation of Periodontology entwickelt etwa jedes fünfte Implantat eine Periimplantitis
- Mangelnde Mundhygiene beschleunigt den Krankheitsverlauf erheblich
Ein bakterieller Biofilm sammelt sich am Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch an. Plaque, die nicht durch regelmäßige Reinigung entfernt wird, löst zunächst eine oberflächliche Entzündung der Schleimhaut aus. Greift die Entzündung auf den Kieferknochen über, setzt der für diese Erkrankung typische Knochenabbau ein. Die Sondierungstiefen vertiefen sich. Das Implantat verliert seinen festen Halt.
Risikofaktoren für eine periimplantäre Erkrankung
Zu den belegten Risikofaktoren zählen Nikotinkonsum, ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus sowie eine vorausgegangene Parodontitis. Auch eine Bisphosphonat-Therapie, Immunsuppression und Bruxismus können die periimplantäre Stabilität beeinträchtigen.
Wer raucht, trägt nachweislich ein erhöhtes Erkrankungsrisiko: Die Durchblutung des Zahnfleisches sinkt. Die Abwehrlage am Implantat verschlechtert sich. Eine unzureichende häusliche Mundpflege verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
Periimplantäre Mukositis oder Periimplantitis: drei Stadien im Verlauf
- Periimplantäre Mukositis betrifft nur das Weichgewebe und ist vollständig reversibel
- Sobald der Knochen betroffen ist, spricht man von Periimplantitis
- Drei Stadien: Mukositis → moderate Periimplantitis → fortgeschrittene Periimplantitis
- Ab Stadium 2 ist der Knochenabbau nicht von selbst umkehrbar
Periimplantäre Mukositis ist das frühe, noch reversible Stadium einer Implantatentzündung. Bleibt sie unbehandelt, kann sie in eine Periimplantitis übergehen — dann ist auch der Knochen betroffen. Die folgende Grafik und Tabelle zeigen die wichtigsten Unterschiede der drei Verlaufsstufen.

Die klare Abgrenzung zwischen Mukositis und Periimplantitis ist entscheidend: Mukositis lässt sich durch frühzeitige Reinigung und konsequente Mundhygiene vollständig zurückbilden. Sobald jedoch Knochengewebe verloren geht, ist dieser Verlust nicht von selbst umkehrbar. Das Behandlungsziel verschiebt sich vom Heilen hin zum Stoppen des Fortschreitens.
Periimplantitis vs. Parodontitis: ähnliche Symptome, andere Pathologie
Beide Erkrankungen werden durch bakteriellen Biofilm ausgelöst. Parodontitis betrifft jedoch den natürlichen Zahn mit seinem Halteapparat aus Wurzelhaut und Knochen. Die Periimplantitis hingegen entwickelt sich am Implantat, das ohne Wurzelhaut direkt mit dem Knochen verwachsen ist. Diese Verbindung — die Osseointegration — fehlt der schützenden Pufferzone des natürlichen Zahns. Deshalb wandert die Entzündung am Implantat schneller in die Tiefe.
| Stadium | Befund | Knochenabbau | Therapieansatz |
|---|---|---|---|
| Periimplantäre Mukositis | Rötung, Blutung beim Sondieren | kein | Professionelle Reinigung, häusliche Hygiene |
| Moderate Periimplantitis | Sondierungstiefe 4–6 mm, Eiter möglich | bis 30 % der Implantatlänge | Geschlossene, mechanische Reinigung |
| Fortgeschrittene Periimplantitis | Sondierungstiefe > 6 mm, Implantatlockerung | mehr als 30 % der Implantatlänge | Chirurgischer Eingriff, ggf. Augmentation |
Periimplantitis-Therapie: konservativ und chirurgisch in Neu-Ulm
- Erste Schritte: Diagnostik mit Sondierung, Röntgenkontrolle und Befundaufnahme
- Geschlossene Therapie: mechanische Reinigung mit Pulverstrahl (Erythritol oder Glycin)
- Chirurgische Therapie: ab Sondierungstiefe über 6 mm oder anhaltendem Knochenabbau
- Nach einem Eingriff heilt das Weichgewebe in 2–3 Wochen; der Knochen braucht 3–6 Monate

Die Behandlung einer Periimplantitis folgt einem stufenweisen Konzept. Zunächst erfolgt eine gründliche Diagnostik mit Sondierung, Röntgenkontrolle und Befundaufnahme. Daraus leitet sich ab, ob eine geschlossene, mechanische Reinigung ausreicht oder ein chirurgischer Eingriff nötig wird. In der DOC Praxisklinik im Wiley Neu-Ulm stimmen wir das Vorgehen individuell auf Befund, Implantattyp und Allgemeingesundheit ab. Mehr zu unserer Behandlungsphilosophie: Unsere Leitmotive.
Geschlossene, nicht-chirurgische Behandlung
Bei moderaten Befunden wird zunächst nicht-chirurgisch behandelt. Die Implantatoberfläche wird mechanisch und schonend von Biofilm befreit — mit Pulverstrahl auf Glycin- oder Erythritol-Basis, ergänzt durch antibakterielle Spüllösungen. Ziel ist es, die Bakterienlast zu reduzieren und das Weichgewebe zur Ausheilung zu bringen. Bei ausgewählten Fällen unterstützen lokal oder systemisch verabreichte Antibiotika die mechanische Reinigung.
Chirurgische Therapie: wann ein offener Eingriff sinnvoll ist
Reicht die geschlossene Behandlung nicht aus oder liegt ein fortgeschrittener Knochenverlust vor, kommt die chirurgische Therapie zum Einsatz. Klare Indikationskriterien sind Sondierungstiefen über 6 mm, sichtbarer Knochenabbau im Röntgenbild oder anhaltende Entzündungszeichen trotz konservativer Behandlung.
Bei diesem Eingriff wird das Zahnfleisch eröffnet, die Implantatoberfläche unter Sicht gereinigt und — je nach Defektform — mit Knochenersatzmaterial regenerativ aufgebaut. Solche Eingriffe gehören in die Hand erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten der Oralchirurgie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Nach einer chirurgischen Behandlung dauert die initiale Weichgewebsheilung zwei bis drei Wochen. Eine vollständige knöcherne Konsolidierung benötigt drei bis sechs Monate. In dieser Zeit sind engmaschige Kontrolltermine unerlässlich.
Periimplantitis vorbeugen: Nachsorge und Mundhygiene am Implantat
- Konsequente häusliche Mundhygiene ist die wirksamste Vorbeugung
- Professionelle Implantatreinigung alle 3–6 Monate schützt die Implantatoberfläche
- Jährliche Sondierungsmessung und Röntgenkontrolle decken Knochenabbau frühzeitig auf
- Laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie überstehen 93–95 % der Implantate zehn Jahre, wenn sie strukturiert nachgesorgt werden
Die wirksamste Vorbeugung gegen eine Implantaterkrankung ist eine konsequente häusliche Mundpflege in Kombination mit regelmäßiger professioneller Implantatreinigung. Die Pflege rund um das Implantat unterscheidet sich in Details von der am natürlichen Zahn — Interdentalbürsten in der richtigen Größe und antibakterielle Spüllösungen sind dabei besonders wichtig.
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01
Täglich zu Hause
Zweimal täglich Zähne putzen, Interdentalbürsten passend zum Zahnzwischenraum verwenden, ggf. antibakterielle Mundspülung nach Empfehlung der Praxis.
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02
Alle 3–6 Monate
Professionelle Implantatreinigung mit speziellen, oberflächenschonenden Instrumenten und Pulverstrahlsystemen.
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03
Einmal jährlich
Kontrolle beim Zahnarzt mit Sondierungsmessung und — nach Indikation — Röntgenkontrolle zur Beurteilung des Knochenniveaus.
Risikogruppen: engmaschigere Kontrollen sinnvoll
Wer raucht, an Diabetes leidet oder bereits eine Parodontitis durchgemacht hat, profitiert von engmaschigeren Kontrollintervallen. Bei diesen Risikogruppen empfehlen wir eine professionelle Reinigung alle drei Monate. Wichtig: Eine Behandlung der Implantatentzündung ersetzt keine grundlegende Sanierung verbliebener parodontaler Probleme — beides muss parallel angegangen werden.
Weiterführende Informationen zu unseren dentalen Implantaten sowie zum Behandlungsteam finden Sie auf unserer Praxisseite. Bei Anzeichen einer periimplantären Erkrankung sprechen Sie uns frühzeitig an — wir nehmen uns Zeit für eine sorgfältige Befundung und beraten Sie ausführlich.
Ihre Nachsorge-Checkliste: So schützen Sie Ihr Implantat langfristig
Haken Sie jeden erledigten Punkt ab und behalten Sie Ihre tägliche und regelmäßige Implantatpflege im Blick.
Tägliche Mundhygiene
Regelmäßige Kontrollen in der Praxis
Systemische Risikofaktoren im Blick behalten

